Soziales Kompetenztraining
Das autista – Sozialtraining zieht um!
Damit wird sich einiges ändern ab Januar 2010.
Neuer Veranstaltungsort: ASB – Therapiezentrum, Ferdinand-Braun-Straße 19, 74074 Heilbronn (nahe dem OBI-Baumarkt).
Auch das Angebot ändert sich:
1.Gruppe für Kinder (3 bis ca. 6 Jahre)
Trainer: Herr Gersbacher; Frau Gmelin (Motopädin)
Freitag zweiwöchentlich 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr
Kosten: 100,00 € pro Monat (August beitragsfrei)
2.Gruppe für Schulkinder (ca. 6 bis ca. 10 Jahre)
Trainer: Herr Gersbacher;
Freitag zweiwöchentlich 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Kosten: 125,00 € pro Monat (August beitragsfrei)
3.Gruppe für jugendliche Schüler (ca. 10 Jahre bis ca. 16 Jahre)
Trainer: Herr Gersbacher;
Freitag zweiwöchentlich 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Kosten: 150,00 € pro Monat (August beitragsfrei)
4.Gruppe für junge Erwachsene (vor der Berufswahl, Berufstätige)
Trainer: Herr Gersbacher,
Donnerstag zweiwöchentlich 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Kosten: 150,00 € pro Monat (August beitragsfrei)
Mindestteilnehmerzahl pro Gruppe: 4 Teilnehmer
Leider müssen wir die Preise anpassen, da die Projektfinanzierung durch die Landesstiftung endet. Es besteht jedoch u.U. die Möglichkeit, einen Teil der Kosten auf Rezeptbasis (Rezept für Ergotherapie muss vorliegen) abzurechnen.
Hinweise
Das soziale Kompetenztraining (Münchner Sozialtraining) von autista-heibronn findet regelmäßig (ab 2010) im ASB – Therapiezentrum statt (-->Termine).
Wie klingt ein selbstsicheres Ja?
Hilfe für die Praxis: Autisten lernen, durch ein Sozialtraining den Alltag besser zu bewältigen.
PDF-Download des HST-Artikels
Erschienen am 2. April 2009, Download mit freundlicher Genehmigung der Heilbronner Stimme.
Weblink zum HST-Online-Artikel
Trainer: Herr Gersbacher (Managementtrainer)
Das Münchner Sozialtraining wurde 1994 entwickelt, um autistischen Menschen die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.
Autistische Menschen sind auf Grund ihrer Entwicklungsverzögerung erfahrungsgemäß auch im Erwachsenenalter (3. und 4. Lebensjahrzehnt) noch gut förderbar. Allgemein zielt das Sozialtraining darauf ab:
- das Wahrnehmen sozial relevanter Informationen zu intensivieren/li>
- das Verstehen sozialer Interaktionsmuster zu verbessern
- konkretes Verhalten für soziale Interaktionen einzuüben
- unangemessenes durch sozial angemessenes Sozialverhalten zu ersetzen
Verhaltensbereiche
Die Trainer thematisieren folgende Verhaltensbereiche und trainieren sie in diversen Übungssituationen unter Beachtung therapeutischer Grundprinzipien:
- Aufnehmen und Halten von Blickkontakt während eines Gesprächs
- sozial kompetentes Verhalten bei Kontaktaufnahme mit einer anderen Person (z. B. angemessener Händedruck, richtiges Hände geben, situationsangepaßte Regulation der Körperdistanz zum Gegenüber)
- Adäquates Beginnen eines Gespräches (z. B. durch Fragen stellen an den Gesprächspartner, Ausloten von dessen Interessengebieten)
- Motivieren eines Gesprächspartners für die Aufrechterhaltung eines Dialogs (z. B. durch eigene Gesprächsangebote)
- Aktives Zuhören (z. B. durch Zuwendung, Kopfnicken, zustimmende Äußerungen)
- sozial angemessene Körperhaltung während eines Dialogs (z. B. wie sitze ich in Gesellschaft anderer richtig auf einem Stuhl)
- sozial angemessener Einsatz von Mimik (z. B. Übungen zum besseren Einsatz der Augenmimik)
- Anwendungen einer angemessenen und motivierenden Gestik (z. B. Handhaltung im positiven Feld)
- besseres Verstehen nonverbaler Kommunikationssignale anderer (z. B. durch Analyse des Verhaltens von Filmschauspielern)
- Verbesserung der Modulation der Stimme (Bogensätze sprechen, richtig betonen...)
- Steigerung des sprachlichen Ausdrucks (z. B. Erzählen von Geschichten unter Verwendung einer bildhaften Sprache)
- Entwickeln von Kriterien für ein sozial akzeptiertes äußeres Erscheinungsbild (z. B. Hinweise zu Körperhygiene, zur Zusammenstellung der Kleidung, zur Frisur, zum Sitz,, und zur Sauberkeit der Brille)
- Verhaltensketten für das Knüpfen sozialer Beziehungen (z. B. beim Empfang und bei der Bewirtung eines Gastes)
- Verhaltensketten zur Erhöhen der Streßtoleranz in schwierigen sozialen Situationen und zum angemessenen Vortragen von Wünschen und Forderungen (z. B. Reklamation in einem Geschäft)
- Verhaltensketten zur Erhöhung beruflicher Chancen (selbstsicheres Öffnen und Schließen einer Türe beim Betreten eines Raumes, sicheres und selbstbewusstes Auftreten in einer Bewertungssituation)
- kompetentes Telefonieren (andere anrufen, selbst angerufen werden)
- Einkaufen können (mehr Sicherheit im Umgang mit Geldbeträgen) und wirtschaftliche Sachverhalte (z. B. Miete, Gebühr) besser verstehen
- Aufrechterhalten von positiven Grundgefühlen in belastenden Situationen (z. B. ruhig bleiben bei persönlichen Angriffen und Kritik, „inneres Lächeln“ bewahren)
- Fähigkeit, unangemessene Annäherung anderer selbstbewußt zurückzuweisen (z. B. Abweisung eines zudringlichen Verkäufers an der Haustüre, Abweisen eines aufdringlichen Fremden am Bahnhof)
- auf Probleme andere Menschen verständnisvoll eingehen (z. B. durch angemessenes Nachfragen)
- Setzen persönlicher Ziele (Unterscheidung zwischen kurz-, mittel-und langfristigen Zielen) und stärkeres Selbstmanagement (z. B. sich gezielt Feedback von anderen einholen)
- Verstehen, was würdevolles Verhalten ausmacht und welche Verhaltensweisen in den Augen anderer Menschen als würdelos erscheinen
- Unterschiede zwischen Monolog und Dialog erkennen und lernen, wie ein Dialog gelingt
- Sozial angemessene Verhaltensweisen in einem Restaurant oder Café einüben
Prinzipien des Sozialtrainings:
Das Erlernen sozialer Regeln kann nur in konkreten Interaktionen stattfinden, da es der kontinuierlichen Rückmeldung durch andere bedarf. Da soziale Signale häufig mehrdeutig sind, entstehen bei einem Sozialtraining Unsicherheiten und Frustrationen: Ich verstehe nicht und werde nicht verstanden. Es ist eine wichtige Aufgabe der Trainer, dies zu erkennen und ausreichend positive Rückmeldung selbst bei kleinen Erfolgen zu geben. Das Münchner Sozialtraining basiert daher auf folgenden Prinzipien:
- Etablierung von Regeln, schriftliche Finanzierung der wichtigsten Inhalte des zu Lernenden
- Anpassung der Anforderungen an unterschiedliche individuelle Voraussetzungen
- Vermeidung von Unterforderung und Arbeiten am Limit der Teilnehmer
- Hilfestellung bei der Bewältigung negativer emotionaler Reaktionen (z. B. Angst, Autoaggressionen)
- Erteilen von Hausaufgaben
- hohe Wiederholungsfrequenz
- Aufnahme der Verhaltensübungen auf Video zu Nachbesprechung („Videofeedback“)
- Einbezug der Eltern
Das Sozialtraining wird in kleinen Gruppen von zwei Trainern durchgeführt:
Ein Trainer mit einschlägigem klinischen Wissen, der in kritischen Situationen professionell
eingreifen kann und der zweiter Trainer aus dem wirtschaftlichen Bereich (z. B. Managementtrainer)
Es findet 14-tägig statt und dauert 2 – 3 Stunden.
Das Münchner Sozialtraining wurde im Auftrag des Landesverbandes „Hilfe für das autistische Kind“ e.V. konzipiert(*)
Evaluation
Die Evaluation des Trainings gestaltet sich naturgemäß schwierig. Es ist leicht einzusehen, dass
eine den Kriterien der wissenschaftlichen Studie gemäße Doppel-blind-Untersuchung mit diesem
Personenkreis nicht durchführbar ist. Wir sind also auf den Verlauf beschreibender Studien
angewiesen.
Empirische Befunde nach einem Jahr Sozialtraining (Witte 1995):
- 90 % der Teilnehmer waren hoch motiviert
- gutes Verständnis der Trainingsinhalte
- Überwinden von Scheu und Hemmungen
- mehr Eigeninitiative, Gespräche zu beginnen
- Entwicklung eines Gruppengefühls
- mehr Interesse an den Gefühlen anderer auch im familiären Bereich
- höhere Selbstständigkeit in schwierigen Situationen
Erfahrungen von autista-heilbronn mit dem Münchner Sozialtraining
Wir führen das Training seit 2006 in Räumen der Kaywaldschule in Lauffen am Neckar durch. Trotz z.T. weiter Anfahrtswege wird es gut angenommen. Es gibt kaum Abbrüche. Die Eltern berichten über positive Verhaltensänderungen im häuslichen Umfeld. Den beiden Trainern – Herrn Zöller (Dipl. Psych., Psychotherapie) und Herrn Gersbacher (Managementtrainer) - ist es gelungen, eine lebendige, gut funktionierende Gruppe aufzubauen. Im übrigen bestätigen unsere Beobachtungen die Befunde von Witte.
(*) Frau Dr. Nicosia Nieß, Landesverbandesvorsitzende „Hilfen für das autistische Kind“
Dr.med Gertrud Bleek-Siedl, Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München
Prof. Dr. Dipl. Psych. Gernot Ruppert, Kath. Stiftungsfahchhochschule für Sozialpädagogik,München
Dipl. Psych. Beate Baude
Mag. Päd Dipl. Psych. Gernot Wührer
Olaf Gersbach, Management- und Kommunikationstrainer.
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