Konzeption

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Ziele:

Hauptziel des Projektes ist es, geeignete, der Leistungsfähigkeit angemessene und vor allem langfristig gesicherte Arbeitsplätze für junge Menschen mit Autismus zu finden und den Weg dorthin adäquat zu gestalten.

Ein weiteres Ziel ist die Erarbeitung von Trainingsmethoden zur Förderung kommunikativer und lebenspraktischer Fertigkeiten junger Menschen mit Autismus sowie die Entwicklung ihrer sozialen und beruflichen Kompetenzen, beides mit der Zielsetzung ihrer dauerhaften Integration auf dem Arbeitsmarkt.

Es sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie sich Maßnahmen der Berufsvorbereitung, der Berufsausbildung, der Arbeitserprobung sowie die dauerhafte berufliche Eingliederung möglichst effektiv und nachhaltig dem heterogenen Personenkreis entsprechend gestalten lassen.

Personenkreis: Junge Menschen mit Behinderungen aus dem autistischen Formenkreis

Problemaufriss:

Obwohl sich die Möglichkeiten zur therapeutischen Förderung und auch die schulische Bildung für Menschen mit Autismus verbessert haben, bleibt die schwierige Aufgabe, die jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren.

Im Raum Heilbronn werden seit Jahren Kinder und Jugendliche mit Autismus konsequent integrativ in den Schularten beschult, die ihrem Leistungsvermögen entsprechen. Dies bedarf immer noch großer Anstrengung verschiedenster Fachdisziplinen. So erhalten beispielsweise die Kinder und Jugendlichen eine Schulbegleitung über Eingliederungshilfe durch das Jugendamt, werden Lehrer weitergebildet, Schüler/innen im Unterricht unterstützt, Eltern beraten u.v.m.
Trotz teilweise vorhandener Schulabschlüsse unterschiedlicher Art und intensiver Bemühungen gibt es kaum berufliche Perspektiven. Auch die Aufnahme in eine Werkstatt für behinderte Menschen und oft sogar in den Förder- und Betreuungsbereich derselben gestaltet sich für diesen Personenkreis schwierig und bedarf umfangreicher Vorbereitungen. Die Bandbreite autistischer Behinderungen und deren individueller Ausprägungsgrad wirken bei allen Versuchen einer beruflichen Eingliederung in hohem Maße erschwerend. Dafür seien beispielhaft angeführt:

  • unterschiedlich ausgeprägte Divergenz zwischen Intellekt und Handlungsfähigkeit mit der häufigen Folge der fälschlichen Einstufung als geistig behindert
  • eingeschränkte Fähigkeit zu sozialen Interaktionen
  • häufig Abhängigkeit von einer Bezugsperson
  • uneinheitlicher Grad von Selbständigkeit
  • unterschiedlichste Fähigkeiten und Fertigkeiten/ Neigungen
  • teilweise Überempfindlichkeiten (Geräusch, Lichtreize, Temperaturen etc.)
  • häufig Besonderheiten im Arbeitsverhalten: Mangel an Initiative oder individuelle Schwierigkeiten, Arbeitsschritte aufeinander zu beziehen usw.
  • Kommunikative Problemstellungen

Die Teilhabe am Arbeits- und sozialen Leben stellt auch für Menschen mit Autismus ein fundamentales Recht dar und ist daher von höchster Bedeutung. Alle schulischen Anstrengungen und Erfolge sind in Frage gestellt, wenn es uns nicht gelingt, eine nachschulische Perspektive zu entwickeln und damit die Integration in die Gesellschaft fortzusetzen.

Initiatoren und ehrenamtliche Projektmitarbeiter

Frau Dr. Epple, Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie i.R.
Herr Kübler, Leiter der Offenen Behindertenhilfe des ASB Heilbronn
Frau Seibert, Lehrerin i.R.
Frau Wittmann, Rektorin und langjährige, ehemalige Autismusbeauftragte des Schulaufsichtsamtes Heilbronn

Bereits erreichte Ziele

  • Erste Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt sind erfolgreich angelaufen. Möglich wurden diese durch die Bereitschaft einzelner Arbeitgeber in der Region, diesen Bewerbern eine Chance zu geben und einen professionellen Abgleich der erhobenen Stellen- und Bewerberprofile. Alle Integrationen werden über einen längeren, individuell nach Bedarf festgelegten Zeitraum professionell begleitet.
    In verschiedene Bereiche der Beschützenden Werkstatt Heilbronn konnten Menschen mit erheblicher autistischer Behinderung integriert werden, auch dort wurden Integrationsbegleitung und regelmäßige Gespräche mit den Mitarbeitern geleistet.
  • Mit dem Therapeutikum Heilbronn, der Werkstatt für psychisch kranke Menschen, werden neue Wege der Integration in diese Einrichtung erarbeitet.
  • Die Zusammenarbeit mit Kostenträgern, dem Integrationsfachdienst und Leistungsanbietern sowie die Vernetzung bestehender Strukturen sind das erklärte Ziel von autista – heilbronn. Informationsgespräche und Beratungen, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte, haben stattgefunden.

Angebote von autista - heilbronn

  • Es findet regelmäßig ein Training zur Förderung der sozialen Kompetenz statt. Dieses Training wurde von Fachleuten speziell für Menschen mit Autismus konzipiert und wird in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie als eine erfolgreiche Therapieform festgelegt. Die Eltern übernehmen einen festen Anteil an den Honorarkosten, darüber hinausgehende Kosten werden von autista – heilbronn getragen.
  • Es werden regelmäßig Treffen für Eltern und Freunde von Menschen mit Autismus angeboten sowie Vorträge zu speziellen Themen.
  • Betroffenen wird Begleitung durch Projektmitarbeiter zu Amtsterminen angeboten.
  • Integrationsbegleiter stehen Klienten und Betrieben zur Verfügung. Die Intensität dieser Begleitung wird individuell festgelegt.
  • Zusammenarbeit mit einer Projektmanagerin auf Honorarbasis, welche gezielt Arbeitsplätze in der freien Wirtschaft akquiriert und die Integration in dieselben professionell vorbereitet und begleitet. Die Kosten hierfür werden von autista-heilbronn getragen.

Berufsfelder, in die bereits junge Menschen vermittelt wurden

  • Logistik
  • Landschaftsgartenbau
  • Hauswirtschaft
  • Werkstatt für behinderte bzw. psychisch kranke Menschen

Weitere mögliche Berufsfelder:

  • Ausgesuchte Dienstleistungen – vornehmlich solche an Computern, in Verwaltungsbereichen, Archiven, Registraturen, Bibliotheken
  • Bauern- und Reiterhof
  • Tätigkeiten im textilen Bereich

Ausblick

Eine ungewöhnliche, besondere und auf ihre Art einzigartige Schülerschaft zwang und zwingt Schulen zu individuellen Wegen der Beschulung, welche in der Vergangenheit bereits erfolgreich beschritten wurden. Nun müssen diese Erfahrungen im nachschulischen Feld eine Übertragung erfahren. Gerade auch in schwierigen Zeiten verlangen diese besonderen Menschen grundsätzlich neue Fragestellungen und Methoden, um zu zukunftsweisenden Antworten und Rahmenbedingungen zu kommen, wenn es um nachschulische Perspektiven geht. Wir sind überzeugt, dass Menschen mit Autismus an der Arbeitswelt erfolgreich teilnehmen können, wenn Partner gefunden werden, die ihre beruflichen Fähigkeiten und Wünsche planvoll unterstützen.

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